FUNKTIONSPRINZIP
Potenzielle Zündquellen
können eine explosionsfähige
Atmosphäre entzünden
Mindestzündenergie
Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung einer Anlage mit oder in explosionsge-
fährdeten Bereichen stößt man unweigerlich auf die Frage, welche Zündquellen
dort vorhanden sind. Die einschlägigen Regelwerke führen in diesem
Zusammenhang 13 sogenannte potenzielle Zündquellen auf, die Ursache sein
können, eine möglicherweise vorhandene explosionsfähige Atmosphäre zu
entzünden (vgl. dazu [1], [2])
Die wichtigsten Zündquellen sind unter anderem:
n
heiße Oberflächen
n
Flammen und heiße Gase
n
mechanisch erzeugte Funken
n
ektrostatische Entladungen
n
elektrische Anlagen
Da also von elektrischen Anlagen eine Zündgefahr ausgehen kann, sind geeignete
Maßnahmen zu treffen, um das Risiko einer Entzündung auf ein akzeptables Maß
zu reduzieren. Über die bei elektrischen Betriebsmitteln angewandten Zünd-
schutzarten bietet die „Zündschutzarten für elektrische Betriebsmittel“ Broschüre
(vgl. dazu [3]) eine entsprechende Übersicht.
Beispiele von Mindestzündenergien unterschiedlicher Stoffe
Stoff
Zündenergie [mJ]
Aceton
0,55
Zündenergie
Acetaldehyd
0,38
Methan
0,28
Butan
0,25
Propan
0,25
Diethylether
0,19
Ethen
0,082
Wasserstoff
0,016
Kohlenstoffdisulfid
0,009
Die Grundidee der Eigensicherheit, dass zur Entzündung eines Gemisches aus
einem brennbaren Stoff und Luft ein Mindestmaß an Energie erforderlich ist, wurde
bereits im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts diskutiert. Der hierfür erforderliche
Nachweis konnte damals noch nicht erbracht werden, so dass alle elektrische
Funken als zündfähig galten.
Als man in den folgenden Jahren und Jahrzehnten weitergehende Forschungen zu
brennbare Stoffen anstellte, führte dies zur Ermittlung einer Reihe von Merkmalen,
die auch heute noch für den Explosionsschutz von grundlegender Bedeutung sind.
5